Dr. Volker Römermann hielt mit seiner Kritik an der Novellierung des neuen GmbH-Gesetzes nicht hinter dem Berg. Foto: JaMedia

Keiner weiß, wann sie kommt – aber jeder weiß, das sie kommt: Die Reform des GmbH-Gesetzes durch das Bundesjustizministerium ist beschlossene Sache. Ihre Umsetzung in die Praxis erfolgt „vielleicht am 1. Juli, 1. September dieses Jahres – oder erst am 1. Januar 2009“. Das berichtete Dr. Volker Römermann, erster Vorsitzender des Instituts für Insolvenzrecht sowie Insolvenzberater in Hannover und Leiter einer Fachanwaltskanzlei mit Standorten in Berlin, Hamburg und der niedersächsischen Landeshauptstadt, am 20. März in seinem Vortrag „Die große Reform des GmbHG“ in der hannoverschen Leibniz-Bibliothek. Als Kenner des Gesellschafts- und Insolvenzrechts und Lehrbeauftragten der Humboldt-Universität zu Berlin hatte ihn zuvor Helge Wachsmuth, selbst Insolvenzverwalter und Vorstandsmitglied des Instituts für Insolvenzrecht, dem zahlreich erschienenen Publikum vorgestellt.

Rechtsanwalt Rainer M. Bähr

"Insolvenzverfahren über eine Limited mit Sitz in Deutschland." Zu diesem Thema referierte Rainer M. Bähr am 15.06.2006 beim Institut für Insolvenzrecht Hannover. Erneut war eine große Zahl von interessierten und fachkundigen Zuhörern der Einladung gefolgt, um aus den Ausführungen des erfahrenen Hannoveraner Rechtsanwalts und Insolvenzverwalters etwas für die tägliche Arbeitspraxis zu lernen.

Hintergrund: Nach der "Inspire Art"- Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 30.09.2003 stellt es keinen Missbrauch dar, wenn eine andere europäische Rechtsordnung nur aufgrund ihrer vorteilhafteren Vorschriften gewählt wird. Damit ist es möglich, mit einer Limited in Deutschland im Geschäftsverkehr aufzutreten. Die Zahl der Limiteds betrug im September 2004 25.000, wovon einige Tausend bereits wieder insolvent geworden sind. Weil dabei englisches Gesellschaftsrecht auf deutsches Insolvenzrecht trifft, stellen sich für den Insolvenzrechtspraktiker schwierige rechtliche Fragen. Diese Fragen wurden durch den Vortrag von Rainer M. Bähr umfassend beantwortet.

Professor Ehricke: Viele haben Angst als Looser dazustehen, wenn ihr Unternehmen insolvent wird. Foto: JaMedia

Hannover. Unternehmensverkäufe für einen Euro, Firmensitzverlegungen in die Anden – und am Ende ein rein gewaschener Geschäftsführer: Alle Zutaten eines Krimis hatte der Vortrag über Firmenbestattungen von Professor Ulrich Ehricke am 3. März beim Institut für Insolvenzrecht im Vortragssaal der Leibniz-Bibliothek. Professor Ehricke lehrt Energie- und Europäisches Wirtschaftsrecht an der Universität Köln; seine vorrangige Beschäftigung gilt dem Insolvenzrecht. An seinen Vortrag vor rund 35 interessierten Zuhörern schloss sich eine lebhafte Diskussion an.